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Alster-Eisvergnügen - Rotherbaum

Alte Rabenstraße, 20148 Hamburg

05-11-2008 (actualizado el 06-02-2012)

Wiederholt sich Geschichte? Wir werden sehen, heute tummelten sich schon wieder Hunderte auf der Außenalster/6. Februar 2012.
-—————
Barnie, was für eine Inspiration, vielleicht trankst du auch bei mir, denn meine Geschichte ging so:

Als das erste Mal nach sehr langer Zeit der Eisfreiheit – vielleicht 94/95 oder 96 die Alster wieder zufror, das bevorstehende Wochenende zum offiziellen Alstereisvergnügen ausgerufen worden war, kam ich morgens gegen 7h vor der Umweltbehörde an, um mir eine Genehmigung für den Ausschank zu besorgen. Student, der ich war, dachte ich, es sei früh, doch die Schlange der auf eine der begehrten Lizenzen hoffenden war schon über 150m lang. Ich ging um das Haus, kam von der anderen Seite, verwickelte wortgewandt den an Nummer 4 positionierten in ein kurzes Gespräch und blieb stehen. Die Tür ging auf, wir bekamen unsere Lizenzen, alle anderen später auch und ich war am nächsten Tag als vorne in der Schlange stehender auf dem Titel des Hamburger Abendblattes zu sehen.

Ich lieh mir Geld, kaufte 300 Liter Glühwein, ergänzte um Nelken, Zimtstangen, Zucker, Orangen und einige Flaschen von Vaters Rotem aus dem Keller – er hat es nie erfahren -, Gaskocher, Mutterns silberne Schöpfkelle und den alten Gartentisch aus Makassar, Celebes, heute Sulawesi.

Ob der Aussicht auf rollenden Rubel war Freund Steve gleich bei der Sache, Freitag ging es los, unser Stand war zwischen Alte Rabenstraße und Milchstraße, dort wo das Alstervorland am tiefsten ist und die Anfahrt unmöglich. Wie tibetanische Lastmulis schleppten wir Equipment und Glühwein zum Stand, bauten auf, setzen einen Stoffpinguin mit dem selbst gemalten Aufspruch “Mmmmh, lecker” auf einen Kleiderständer – Werbung – und begannen.

Nachdem der erste Gaskocher fast durchs Eis geschmolzen wäre, wurden flache Umzugskartons zur Unterlage, wir hatten uns weit ausgebreitet, der behördlichen Kontrolle fröhlich geantwortet, dass die Genehmigung sich nur auf die Verkaufsfläche beziehen würde, das wäre der Tisch, der hätte genau 1qm und väterlich-großmütig lächelnd zogen die Kontrolleure ab. Es war das erste Eisvergnügen seit langem, gewerbliche Anbieter in der Minderheit, Familien, Freunde, Studenten, Hausfrauen etc. betrieben die meisten Stände, ein echtes Volksfest, das den Namen noch verdiente.

Unser Glühwein kostete 3 Mark, mit Schuß 5. Dafür hatten wir aber den guten Hansen-Rum, was insbesondere von den älteren Gästen, die in uns Söhne, Neffen, Nachbarjungs sahen, lautstark gelobt wurde. Freitag war gut, Samstag war super, Sonntag sensationell. Die Schlangen am Stand waren bis zu 30 Meter lang, Steve schenkte ein, ich kassierte bis ans Ende der Schlange ab, danach wurde frisch aufgegossen, eine Flasche von Vaters Wein hinein, Zimtstangen zerbrochen, Apfelsinen großzügig zerschnitten und dann und wann ein ordentlicher Schuß Zucker aus der freien Hand hinein, dampfend, köstlich riechend verrührt, alles mit der Gestik eines werdenden Glühweinmoguls. Ein erster Crashkurs in Logistik, Kundenfreundlichkeit, wir waren äußerst beliebt, wurden ohne unser Wissen am Montag auf Platz 2 unter allen Ständen auf der Alster in der Bildzeitung geehrt, mit ph-Wert, Abdampfwert etc., Note 2, kurz hinter Bobby Reich, aber vor allen anderen.

Abends zählten wir unsere Penunzen, tranken zwei, drei Bier und gingen früh zu Bett, wir waren ja Unternehmer, jedenfalls für drei Tage, die lang und sehr hart waren, keine Zigarette zwischendurch, nichts zu essen, kein Schnack außer mit den vor dem Tisch stehenden Stammkunden, Klogänge geschäftsschädigend, Dauereinsatz, Geld immer am Mann, lieber fallen wir mit Geld in die Alster als dass unsere Kasse geklaut wird, wie an Nachbarständen geschehen.

Nie wieder hat mir ein Job soviel Spaß gemacht, wir sprachen von Glühweintürmen an der Alster, oben drauf ein sich drehender, hübsch beleuchteter Pinguin und wir als Glühweinbarone von Hamburg.

Nun, es kam anders,
dennoch mussten wir in dem Semester nicht mehr arbeiten.

Lucie Leider kann ich Dir keine Nachricht schicken ???
Ich jedenfalls hab Dein Eis-Glühweinvergnügen miterlebt.

Schnuppidu Heute, 27. Januar 2010, ist die Geschichte vom Glühweinmogul im Hamburger Abendblatt nachzulesen!

FELIX JUD Buchhandlung, Antiquariat, Kunsthandel - Neustadt

Neuer Wall 13, 20354 Hamburg

23-01-2012

Nachdem alle, ich meine wirklich alle, ich auch, bei jeder Gelegenheit darüber jammern, dass nach den Tante Emmas unserer Republik über kurz oder lang alle, ich meine wirklich alle, netten, oft inhabergeführten Geschäfte, die von Büchern über Eletronik und Klamotten alles Mögliche handeln, von Amazon und Co. in die Betriebsaufgabe getrieben werden, habe ich beschlossen persönlich etwas zu ändern: Ich kaufe Bücher nicht mehr bei Amazon und nur notfalls bei Thalia und anderen großen Ketten, sondern bei Felix Jud.

Holzvertäfelt in historischem Gebäude, am Neuen Wall mit direkten Durchgang zu den Alsterarkaden und dem Hamburger Rathaus.

Gehört zur Gruppe 5+ mit vier weiteren Buchhandlungen in Deutschland und Österreich. die sich besonderem Anspruch verpflichtet fühlen.

D.h. zum Beispiel, dass es keine Bestsellerliste von Spiegel uns sonstwem gibt, dass die empfohlenen Bücher sich – nicht nur, aber oft – wohltuend vom alles gleich machenden Mainstream unterscheiden. D.h. z.B. auch, dass die zuvorkommenden Buchhändler im Laden Zeit und Muße für nette Kundengespräche haben, ergo eine sehr anregende, schöne Einkaufsatmosphäre ohne Abschlußzwang vorherrscht.

Im Gegensatz zu Amazon sind zwar nicht alle Bücher dauernd da, werden aber natürlich und gerne bestellt und – im Gegensatz zu Amazon – auch gerne und ohne Aufpreis als Geschenk verpackt.

Und ja, mein Büro ist um die Ecke und ich kann bestellte Bücher in der Mittagspause abholen.

Leckere Pralinen stehen dazu auf dem Verkaufstresen.

Das hat der Gründer 1923 – heute mission statement/Unternehmensleitbild – so umschrieben:

“Allen Verhältnissen zum Trotz – im Glauben an eine bessere Zukunft Deutschlands und im Vertrauen auf das literarisch gebildete Hamburger Publikum – haben wir uns entschlossen, eine neue Buchhandlung zu eröffnen. Die HAMBURGER BÜCHERSTUBE FELIX JUD & CO. soll eine Pflegestätte sein für das gute und schöne Buch, für Publikationen über alte und moderne Kunst und für Bücher über Philosophie. Darüber hinaus werden alle wesentlichen Erscheinungen aller anderen Wissensgebiete stets vorrätig sein”.

Schön, dass das heute immer noch gilt.

Fischerbucht Heinz & Hilda - Altmünster

Altmünster

29-07-2010 (actualizado el 12-01-2012)

Altmünster im Salzkammergut. Direkt am herrlich blitzkalten Traunsee, der randvoll mit köstlichen Fischen ist, z.B. mit Reinanken, in Deutschland auch als Felchen bekannt, Nichtangler oder Veganer werden beide Namen wohl eher im Kräuter- oder Gemüsegarten verorten.

Und wer so ein kulinarisches Juwel in die Hand bekommt, muss wissen, was er tut, ein Meister sein. So wie Heinz, braungebrannt und Ende 50, steht er mit nacktem, muskulös-drahtigem Oberkörper gutgelaunt hinter dem großem Grill in der Fischerbucht am westlichen Ufer und macht Stangerlfisch. Die Reinanken, die über Nacht im 20m entfernten See ins Netz gingen, werden mit großer Hitze aufs Feuer gelegt, aufmerksam grobkörnig gesalzen und gedreht und am Ende mit einem hölzernen Spieß in ganzer Länge durchbohrt.

Des Fischers Fru, die fesche Hilda, – beide müssen, sind eigentlich noch immer, das hübscheste Paar vom See gewesen sein – bringt den Fisch an die Bierbank, dazu holt man sich selbst aus großen Eisschränken ein traunseekaltes Zipfer-Bier, auf der Flasche steht “Ein Schluck heller Freude”, was man nach dem ersten Ansetzen noch um großer ergänzen möchte.

Beim Öffnen des Schranks schaut man in die Höh, sieht Heinz vor geschätzen 20 Jahren, fitter noch als heute, wie er konzentriert Vorvorvorvorvorfahren der heutigen Rostbesucher auseinandernimmt.

Auf uns, die nicht am Grill stehen, scheint die Sonne Österreichs mit guten 30 Grad herunter, wir fröhnen dem Müßiggang und essen mit heller Freude noch einen Stangerlfisch. Was anderes gibt es hier nämlich nicht.

Und wenn der Tagesfang weggegrillt worden ist, gibt es hier überhaupt nichts mehr. Heinz ist dann weg. Auf dem See, Netze auslegen. Für den nächsten Tag, wenn ich wiederkomme und neuen Stangerlfisch bestelle.

Sylter Milchbar - Altstadt

Großer Burstah 1, 20457 Hamburg

29-12-2009 (actualizado el 12-01-2012)

Zusatz, rund 18 Monate nach erstem Beitrag:
Die Sylter Milchbar hat sich nicht verändert, gut so. Vielleicht sogar in Teilen verbessert. Sogar die Preise sind stabil geblieben. Respekt.
Was wirklich nicht schön ist, ist, dass der Koch, ein hagerer, hoch gewachsener, sehr schwarz gekleideter, unvorteilhaft frisierter Bursche, gegen späteren Mittag – ab ca. 13.30/45 rauchend vor der Tür sitzt und dabei einfach keine für ein Speiselokal appetitliche Visitenkarte abgibt. Seitdem gehe ich nicht mehr in die Sylter Milchbar, weil das Kopfkino jedes Gericht mit dem rauchenden Koch verbindet. Schade, vor allem für mich.

P.S Ich habe überhaupt nichts gegen Raucher.


Ob das Konzept stimmig ist? Ob der Name zielführend ist? Schnuppe (du).

Am Tresen selber bestellen, Bon kriegen, hinsetzen, aufgerufen werden, wieder hingehen, Essen einsammeln, Besteck nehmen, wieder zum Platz gehen, losfuttern, rausgucken auf den Großen Burstah Richtung Westen. Letzteres gefällt mir gut, die Selbstbedienungspositionen sind wohl im Trend und Trends mag ich selten.

Trotzdem derzeitiges Stammlokal für mittägliche Spaghetti Bolo für 4,90, was konkurrenzlos ist in der Stadt. Jedenfalls wenn man auch sitzen möchte und kein Plastikgeschirr/-besteckliebhaber ist.

Fertig essen, selber abräumen, Tschüß sagen.

Bei http://www.qype.com/place/56180-La-Tavola-Calda-Hamburg kostets etwas mehr, ist aber ungleich stimmungsvoller. Und 170m weiter.

Bis zur Preiserhöhung also Nudeldaumen hoch.

DinahHausH Also Deien Kommentar zum Koch finde ich echt unangebracht. Echt schon zu persönlich! Was glaubst Du denn, wie die Köche in anderen Restaurants teilweise aussehen und dass sie alle NR sind?? Die Gastronomie ist nunmal eine stressige Branche und da sehen die meisten Köche leider nicht mehr aus, wie das blühende Leben.

Schnuppidu Das ist nicht persönlich gemeint, der Koch darf auch weiterhin soviel rauchen wie er möchte. Nur wenn er das vor der Tür macht, schmeckt mir das Essen nicht mehr so wie vorher.

Cafe Paris - Altstadt

Rathausstr. 4, Wendt Restaurantbetriebe GmbH, 20095 Hamburg

23-12-2011

Die überaus nette Sabine reserviert uns einen Tisch für Freitagmittag 14h,
wir wollen das Geschäftsjahr ausklingen lassen. Weihnachtszeit.

Schöner Tisch im großen Raum, mit der Bank im Rücken und dem Laden vor der Nase.

Ein Cremant, dann die Karte, wie schön, Austern sind drauf. Wissen wir natürlich und freuen uns seit Tagen drauf.

Starten wir mal mit je einem Dutzend, Vorfreude. Minuten später kommt Kellnerin Nadine mit betroffener Miene, Austern sind aus. Tut ihr sehr leid, Freitag 14.40h, die Austern, ein Highlight der Karte, aus. Einfach so. Nicht da.

Trauer am Tisch, wir sammeln uns, bestellen andere Sachen, Klassiker wie Tatare, Steak Frites und die Boullabaise vorweg.

Zwei Flaschen Rotwein später, es war gerade Kellnerwechsel, es ist kurz nach 17h, serviert ein Kellner an einem anderen Tisch. Austern! Arrrgh oder eher Juhu, Oysters in the House. Dann hätten wir gerne zwei Dutzend. Erik, so heißt unser neuer sehr netter Kellner, bedauert, aber Austern sind aus. Aber da eben, an dem Tisch, das sind doch Austern, oder? Er fragt in der Küche. Nochmal. Auch er ist betroffen, aber Austern gibt es an diesem Freitag nicht. Oder nicht mehr. Jetzt sind sie jedenfalls aus.

Ich denke an meinen Bruder und an einem Freund, die jetzt schier ausgeflippt wären, aber der Chateau Arnauld hat offenbar beruhigende Wirkung und die Damen am Tisch mögen eh nichts, was vermeintlich noch lebt und salzig schmeckt. Also nochmal Tatare.

Es ist jetzt 21h, ich komme von der Toilette, schlängele mich durch die Tische und da – liegt es am Rotwein, ist es eine Fata Morgana – kommt eine große Platte mit Meeresfrüchten und reichlich Austern an mir vorbei.

Ich greife nach einer, träume ich, da klapst es auf meiner Hand: Pfoten weg, was machst du denn da, tadelt die nette, rotweinhübsche Gästin, die offenbar das Geheimrezept für Austernbestellung im Cafe Paris exklusiv hat.

Erik!!!!!!! Die da hinten haben Austern, ich könnte kotzen, wie geht das denn? Der arme Kerl kann auch nicht helfen, Austern sind ja aus, er fragt sogar noch einmal, doch auch er muss gute Miene zum miesen Spiel machen. Jetzt ist eigentlich der Zeitpunkt, eine Kneipenschlägerei anzuzetteln, aber stattdessen begleichen wir die rund € 500 schwere Rechnung, die wir heute zu viert ertrunken und ergessen haben.

Es ist 23h, wir haben 9 Stunden am Stück hier verbracht, alle anderen Gäste sind früher gegangen, die meisten dazu noch später gekommen.

Ich mag das Cafe Paris auch sehr, sehr gerne, und bin seit Jahren immer wieder da, aber masochistisch-sadistische Züge waren mir bisher fremd. Offenbar liegen sie doch in meiner Natur, denn auch diese Fiesomatenten werde ich verzeihen, vergessen nicht.

Immerhin habe ich eine Telefonnummer bekommen, die Austernhotline (?), ich könne ja nächstes Mal vorher anrufen und sagen, dass ich essen möchte, was auf der Karte dieses weltstädtischen Lieblingslokals steht.

Nämlich Austern.

Dem Cafe Paris auch weiterhin in unerwiderter Zuneigung verbunden, wünsche ich allen Frohe Weihnachten, viel Liebe und – auf Bestellung – auch ein paar Austern unterm Baum.

Haifisch Bar - Altona-Altstadt

Große Elbstr. 128, 22767 Hamburg

08-09-2008 (actualizado el 31-10-2011)

“Junge, komm bald wieder, bald wieder nach Haus, Junge, fahr nie wieder, nie wieder hinaus”, diese Zeilen zaubern Norddeutschen eine Ganzkörpergänsehaut, von unserem Hamburger Jung Freddy Quinn mit viel Herz gesungen und weltberühmt (?) geworden. Ingebriff der Hafenromantik.

Das ist das erste Lied, das ich wähle, als wir letzten Freitag nach rund 20 Jahren mal wieder in der Haifischbar sind. Früher
waren wir gelegentlich hier, meistens in der Fischmarktnacht, ein Blinder spielte damals auf dem Akkordeon, der Laden war voll, schwer verqualmt und ziemlich verrucht. Frei nach einem Film, dessen Namen ich nicht erinnere, sagten wir, es handele sich um die übelste Spelunke am Kai, schäferhundgroße Kakerlaken und Frauen mit Brüsten, die dem Haifisch alle Zähne ziehen würden.

Eine echte Kneipe, irgendwo hängt noch ein Haifischgebiss, ein kleiner Alligator und allerhand Utensilien, die mit Hafen, Seemännern und Meer zu tun haben, nebenan ist die Seemannsmission. Den klassischen Seemann, mit dickem Oberarm, Tätowierung und großem Herz gibt es dort allerdings nicht mehr. Und wenn, kommen sie nicht in die Haifischbar, weil auch die modernen Seeleute nicht mehr saufen und raufen, sondern arbeiten und sparen.

Diesmal haben wir einen ganz verrückten Start, es ist früher Abend, 19h, wir sind stocknüchtern und wollen uns eigentlich nur hier treffen, um in die um die Ecke liegende älteste Seemannskneipe von Hamburg – den Schellfischposten – zu gehen.

In der Haifischbar sind jetzt bereits 25 junge Männer aus Freiburg im Breisgau, alle im Hawaii-Hemd, nur einer – der größte und nüchternste – muss im Rotkäppchen-Outfit Kondome und Schnäpse mit schlüpfrigen Namen an Vorbeigehende verkaufen. Seit morgens um 8h sind sie unterwegs, man sieht es ihnen an. Das Geschäft läuft schlecht, keine Laufkundschaft hier unten.

Wir sitzen draussen, links und rechts des Eingangs, es ist mild, würde die Abendsonne scheinen, wäre das ein besonders feiner Platz. Der Blick auf den Containerterminal Tollerort ist noch gänzlich frei, doch Bagger stehen schon bereit, um einen weiteren Neubau hochzuziehen, dann steht die Haifischbar auf einmal in der zweiten Reihe. Astra gibt es aus kleinen, sauberen Gläsern, blitzkalt, 0,3 l für € 2,10

Um 20 h haben die – ganz netten und friedlichen – Jungs genug, die Musicbox wird frei, ebenso der Tresen, am Zigarettenautomat hängt der Spruch “Schluck, du Luder”, womit hier wohl nur die Geldstücke gemeint sein können. Alle rauchen als hätte es nie irgendeinen Gesetzesentwurf gegeben, der mit Nichtraucherschutz zu tun gehabt hat.

Bea, seit 14 Jahren in Hamburg, Berlinerin mit Schnauze, schmeisst heute den Laden, eigentlich hat sie eine Kneipe an der Holstenstraße, da sollen wir nächstes Mal hinkommen. Ihr zur Seite steht Claudi, die uns nachdem sie Vertrauen in unsere Seriösität gefasst hat, gesteht, dass wir mal einen ausgeben sollen/dürfen, sie und Bea trinken gerne Ouzo.

Zwei Ouzo später steht eine große Portion Pommes mit viel Majo auf dem Tresen, in der Box laufen Lieder von Lotto (Fliegen), Engelbert (Release Me), Elvis (In the Ghetto), Freddy usw., wir sind die einzigen, die die schöne Box füttern. Ein paar Kleinigkeiten kann man hier essen, was vorbei kam, war frittiert, Fritten waren prima, ordentlich Majo und Ketchup. Richtige, bodenständige Küche gibt es hier nicht. Warum auch, es ist ja eine echte Kneipe.

Der Laden ist gut gefüllt, ein paar Medienvertreter in der Ecke, ich erkenne eine Journalistin, die uns vor kurzem interviewt hat, sie erkennt mich nicht, abgesehen davon, dass das gut so ist, spiegelt es auch die Qualität ihres Beitrags von damals wieder. Bestimmt findet sie es ziemlich hip hier. Das ist es aber eben gerade nicht, weder angesagt noch dem Zeitgeist in irgendeiner Weise entsprechend. Die Kneipe hat sich nicht verändert, das ist herrlich, weil sie auch nicht so abgewrackt ist wie Kneipen auf dem Hamburger Berg oder in der Talstraße. Es ist sogar recht gutes Publikum hier, ein älterer gepflegter Herr sitzt an der Tresenecke, trinkt fünf Bier, ist happy.

Um 1.30 h ist der große Durst weg, alle Lieder sind mehrfach gehört, der Ouzo ist alle, der alte Mann gegangen, bei näherem Betrachten sind die zuvorkommenden Tresendamen doch keine Models mit Bierkutscherschnauze, eher kampferprobte Frauen aus der ersten Reihe. Wir gehen.

Ach ja, ein Absacker im Schellfischposten soll es noch sein, da wollten wir ja eigentlich hin. Die Tür ist verschlossen, die Lichter erloschen. Wahrscheinlich ein Glücksfall, damit wir uns nächstes Mal gleich in der ältesten Seemannskneipe von Hamburg treffen können. Aber ob wir das jetzt noch wollen?

Wir werden sehen, die Haifischbar bekommt jedenfalls fünf Punkte, weil sie so ist wie sie immer war und ich das klasse finde.

jurgenehre Lustig erzäht..spannend!

Sehnsucht Deutschland GmbH & Co. KG - Altstadt

Großer Burstah 31, c/o Hindenburghaus, 20457 Hamburg

23-09-2008 (actualizado el 28-10-2011)

Eintrag in eigener Sache, ich möchte euch hier Sehnsucht Deutschland vorstellen, die Medienmarke, die wir seit März 2007 aufbauen.

Hier das Kurzportrait:

Seit Beginn an sitzt die Sehnsucht Deutschland GmbH & Co. KG im Großen Burstah in Hamburg, direkt neben dem Traditionsgeschäft Lenffer im traditionsreichen Hindenburg-Haus.

Bei Lenffer gibt es übrigens auch unsere CD Sehnsucht Hamburg mit den 12 besten Songs aus der Stadt. Aber das nur so nebenbei.

Sehnsucht Deutschland ist Deutschland, das frische, schöne Deutschland. Reisen, Leben und Entdecken sind unsere Themen. Städte, Gegenden, Weine, Essen, Klassiker, typisch deutsche Sachen mit einem Augenzwinkern, Lokalhelden etc. Adressen mit der Einstellung “Draussen nur Kännchen” gibt es bei uns nicht.

Unsere Medien sind das gedruckte Magazin, das mit einer Auflage von durchschnittlich 150 T / IVW Exemplaren bislang vier Mal im Jahr kommt, unser Portal www.sehnsuchtdeutschland.com und seit Mai 2010 Sehnsucht Deutschland-TV als Web-TV-Format, siehe www.sehnsuchtdeutschland.tv

Die verkaufte Auflage – kein Kioskverkauf – beträgt im 4. Quartal 2011 rund 100.000 Exemplare.

Logisch, dass man SDTV auch auf mobilen Geräten wie iPhone oder iPad sehen kann. Und eine App für diese Geräte haben wir ebenfalls.

Die aktuelle Ausgabe – EVT 1. Oktober 2011 – hat z.B. folgende Themen:

  1. Reportage Aachen
  2. Reportage Deutschlandreise Sachsen-Anhalt/Elbsandstein
  3. Weihnachtsbräuche, die nicht jeder kennt
  4. Typisch Deutsch (Kulinarik) – Weihnachtsgans
  5. Deutscher Klassiker – Ein Stift für alle Fälle-Edding
  6. Damals wie heute: Enzian von der Alm
  7. Nachgefragt – 10 Fragen an Marie Bäumer/Schauspielerin
  8. Weinkanon – Weegmüllers Gewürztraminer
  9. Reportage Barmherzige Schwestern/Kloster
  10. Lokalhelden Aale-Dieter
  11. Deutschland testet – Car2Go und Co.
  12. Fotowettbewerb Sehnsucht Deutschland usw.

Wir drucken bei Neef & Stumme, u.a. brand1, Cicero, im niedersächsischen Wittingen, werden bundesweit vertrieben, z.B. Arztpraxen, Lesezirkel, Kulturfenster HH und Berlin, AirBerlin und sind natürlich auch abonnierbar.

Ihr könnt Sehnsucht Deutschland abonnieren,

Sehnsucht PUR = 4 Ausgaben/Jahr für 8,80 Euro
Sehnsucht PLUS = 4 Ausgaben + die letzten 6 für 15,00 Euro

Jeweils mit einer schönen Prämie, z.B. unsere Sehnsucht Hamburg-CD oder einen Gutschein von Kochform im Wert von € 20
Sehnsuchtspaket = die letzen 6 für 10,00 Euro

Wir freuen uns sehr über jede Erwähnung oder Weiterempfehlung, besucht uns auch gerne auf www.facebook.com/Sehnsuchtdeutschland

Mit besten Grüßen,

David Pohle / Chefredakteur

Schnuppidu Hallo, meme, wir sind tatsächlich bundesweit im Bahnhofsbuchhandel und jede Zeitschriftenhandlung deines Vertrauens könnte dir innerhalb eines Tages ein Exemplar besorgen. Dass die Sehnsucht Deutschland in Münster nicht gefunden haben, ist natürlich Mist, liegt aber glücklicherweise schon ein Jahr zurück und dürfte jetzt eigentlich nicht mehr passieren. Ansonsten natürlich über www.sehnsuchtdeutschland.com/abo

meme Ich fahre ja ganz selten mal mit dem Zug, im letzten Jahr war ich gerade auf dem Weg zu Dolly nach Werne. Ich werde dann mal im örtlichen Zeitschriftenhandel mein Glück versuchen - Danke

Der Etrusker - Rotherbaum

Grindelhof 43, 20146 Hamburg

17-08-2007 (actualizado el 28-09-2011)

Der Etrusker, eine Grindelhof-Institution, die seit langem zum Inventar der Hamburger Restaurant-Szene gehört. Und bislang keiner, der über die echte italienische Mamma namens Luisa Allessandrino, die – immer in weiss – nicht nur lecker kocht, sondern den Etrusker seit Generationen zu führen scheint, und ihre niemals wechselnden Kellner Giorgio und Co. etwas geschrieben hat.

Mein Bruder ist heute 52 Jahre alt und hat schon während seines Studiums vor 30 Jahren beim Etrusker gefuttert und getrunken.

Kurz zu den Basics:

Wer die zwei Stufen in den Etrusker hochstiefelt, kommt in den ganzen engen Vorflur, der im Prinzip auch ein bißchen Bar ist, schräg links ist die offene Küche, in der es dampft und brutzelt und wo fast immer gute Stimmung die Oberhand hat. Vor der Küche gibt es eine mit Baby- und Kinderfotos gepflasterte Wand und Sitzplätze für rund 10 – 14 Personen. Es gibt aber auch den großen Raum, vielleicht für 30 weitere Leute, der rechts abgeht und wirklich eng ist, wenn die alle da sind. Sollte, was selten der Fall ist, das eigene Gespräch ins Stocken geraten, kann man – ohne sich zu verbiegen – auch getrost zuhören, was rechts und links so gesprochen wird. Und dies kann gerade im Stadtviertel Rotherbaum sehr kurzweilig sein.

Und im Sommer, der geht in Hamburg ja manchmal schon bei plus 12 Grad und Sonne los, hat der Etrusker auf dem breiten Bürgersteig reichlich Tische und Stühle aufgestellt. Hier ist der Bürgersteig so breit, dass kein Bezirksamt blaue Linien zur Abgrenzung auf den Boden malen muss. Das Wohnviertel, die Uninähe und die vielen anderen Kneipen und Restos im Grindelhof sorgen dafür, dass der Durchgang stark frequentiert ist und beizeiten einem Catwalk gleicht. Und man kann ziemlich lange draussen sitzen bleiben, jedenfalls bis weit nach Mitternacht.
Dolce Vita mitten in Hamburg.

Zu essen gibt es natürlich auch was. Und das zu moderaten Preisen, wie ich finde. Die Dauerkarte sieht Pasta (um die 8 Euro), Pizza (ab 7 Euro) und ein paar Standards der italienischen Küche vor, doch in der Karte ist auch immer eine ganze Seite mit aktuellen Köstlichkeiten, letztere zwischen 12 – 20 Euro.

Fragen Sie den legendären Kellner Giorgio, das ist der mit dem attraktiven Silberblick, nach Penne Alex, steht nicht auf der Karte und ist von einem Stammgast gefordert worden, Pinienkerne und Mozarella sowie Pfeffer nach Gusto. Sehr lecker. Spaghetti Bolognaise heißen bei Giorgio Spaghetti Blankenese, kosten weniger als 8 Euro! Bier gibt es nur aus der Flasche, eine ganze Batterie sehr ordentlicher Weine in allen Farben zu vernünftigen Preisen.

Wir waren hier früher, da wohnten wir noch um die Ecke, dauernd, kurz ein Anruf, um den bevorstehenden schönen Abend mit einer Tischreservierung abzusichern, der Name? Bruno, so heißt unser Hund, und vier Personen. Nur so werden Tischreservierungen hier entgegengenommen. Haben uns immer pudelwohl gefühlt und auch nach dem Hamburg-Marathon haben wir unsere Kohlehydratspeicher mit mehreren Tellern Nudeln, Medaille um den Hals und reichlich Bier aufgefüllt. Und zwar den ganzen Sonntag.

Stimmung und Atmosphäre ist immer familiär und locker, zum Abschied gibt es noch einen Drink aufs Haus. Oder wollen wir noch bleiben? Ja, wollen wir. Giorgio, noch einmal Penne Alex und eine Flasche Vernaggia, im Kühler mit Eis, bitte. Jede Stunde Verlängerung kostet 7,00 Euro für den Babysitter und ist jeden Cent wert.

Und bevor man dann irgendwann endgültig geht, gibt es noch einen roten Lolli vom Tresen, um den von Knoblauch und Co. angestrengten Atem kurzfristig zu überlisten.

Schön, dass es den Etrusker gibt.

heimton Genau so ist es!

janludwig toller Beitrag!

Beeke-Bad - Scheeßel

Helvesieker Weg 69, 27383 Scheeßel

22-08-2011

Klasse Freibad, ohne viele Schnörkel, kein Erlebnisbad, weiter unten von Pallieter bestens beschrieben. Ganz besonders hervorzuheben ist der Bademeister Markus, der mit viel Umsicht und norddeutscher Gelassenheit auch den Kleinen das Schwimmen beibringt bzw. ohne jederlei Formalitäten Prüfungen abnimmt, z.B. Seepferdchen, Freischwimmer etc.

Familie mit drei Kindern, zwei davon schulpflichtig, zahlt € 7 únd das Wasser hat eine ordentliche Badetemperatur. Fritten übrigens nur € 1,50 und bei weitem nicht die schlechtesten…

Roosevelt Hotel - Los Angeles

Hollywood Blvd 7000, 90028 Los Angeles

09-08-2011

Zwei Nächte im Roosevelt zum Abschluß einer dreiwöchigen Tour im Wohnmobil. 12. Stock, zwei große, sehr gemütliche Doppelbetten, zwei kleine Badezimmer, jeweils mit Dusche und Klo, alle normalen Annehmlichkeiten im Zimmer, drei große Fenster lassen sich sogar jeweils 10 cm öffnen, der hupende, quietschende Herzschlag von LA lässt sich besser hören, der Blick geht auf Downtown und Pazifik in der Ferne, iPod lässt sich an Anlage anschließen, alles gepflegt und schick. Besagtes Zimmer lag bei 260 Euro/Nacht.

Lage ist prima, siehe Beitrag von Don Dahlmann, Service im Hotel ist jung, überwiegend Mitte 20 bis Ende 30, hip.

Anders als dort beschrieben, ist das Restaurant, es heißt heute Public, zwar immer noch klasse, kostet aber nicht mehr ganz so viel, ein 16 Ounces (gut 400 Gramm) New York Steak kommt – ohne Beilagen – für 36 Dollar, aktuell im August 2011 ca. 25 Euro, keine Beilagen gefällt mir persönlich gut, so liegt nur das schiere Steak auf dem Teller.

Service fix, sehr aufmerksam, tadellos.

Besonders ist am Hotel nicht allein der schöne, von Palmen gesäumte Pool, sondern das, was vor allem Freitag, Samstag und Sonntag von mittags bis frühen Abend darin und darum stattfindet, dann ist nämlich Tropicana Party, tierisch laute Musik, monströse Türsteher, alle Frauen in knappen Bikinis, alle Jungs in Badehosen, viele sportliche Superfiguren, jeder mit Drink(s), manche mit Rolle in der Hand, alle in leichter Bewegung, viele stehen trinkend im Pool, liegen – dezent – kiffend auf Schwimmatten. Gelöste, prima Stimmung, die sich zum Sundown aufheizt.

Wem das nicht gefällt, könnte daran Anstoß nehmen, da zusätzlich die klinische Sauberkeit im Laufe des Nachmittags zweifelsohne ein wenig abnimmt.

Ich fand´s – bei ein paar Budweisern aus der Blechflasche (!) – trotzdem prima, drei Kinder, meine, die einzigen überhaupt an dem Nachmittage, amüsierten sich ebenfalls bombig, denn neben dem Alkoholgenuß der Großen ist es auch den Kleinen erlaubt, in allen denkbaren Figuren vom Beckenrand zu springen und dabei nach Herzenslust zu schreien und zu juchzen.

Gegen 6 p.m. zieht die Karawane weiter, lässt den hippen Ort als Schlachtfeld zurück. Ein besonderer Nachmittag an einem hippen Ort.

09-02-2012

02-02-2012