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Soy grosse_koalition de Múnich. Estoy en Qype desde 22-06-2006

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Stadtcafé - Altstadt

St.-Jakobs-Platz 1, 80331 München

08-05-2008

Wenn ich die Beschreibungen des Stadtcafés von meinen Vor-Schreibern lese, erinnere ich mich wieder, dass das eigentlich ein zweites Wohnzimmer für mich war.
Aber gestern Abend hat jemand einen großen Haufen mitten in mein Wohnzimmer gesetzt: ich habe einen Speckknödel bestellt und für unglaubliche 5,20 EUR ein klitzekleines Beilagenknödelchen erhalten, das lieblos mit zerlassener Butter übergossen war. Als ich dann die Bedienung gebeten habe, dem Geschäftsführer zu sagen, dass ich gerne von ihm wüsste, wie solche Preise zustande kommen, hat es lange gedauert bis mir Audienz gewährt wurde. Bei unserem Gespräch zwischen Küche und Kasse hat der Geschäftsführer dann versucht, mir zu erklären, warum ein Speckknödel teurer als z.B. ein frischer Salat mit angebratenem Blumenkohl sein muss. Ja, andere Kunden hätten sich auch schon beschwert - ein Grund, das Ding billiger zu machen oder halt dann von der Karte zu nehmen, sei das nicht.
Und jetzt hab ich ein Wohnzimmer, in dem es immer noch nach dem Haufen riecht. Ich werde erstmal ein bisschen warten bis wenigstens der Geruch verflogen ist. Dann bleibt zwar ein komischer brauner Fleck auf dem Boden, aber mit der Zeit werde ich mich schon daran gewöhnen…

num1509 herrlich geschrieben…
will fast sagen: tragisch-komisch ;o)

Cafe Kosmos - Maxvorstadt

Dachauer Straße 7, 80335 München

14-03-2008

Gegenentwurf. Nach so viel Lob des Kosmos bei vollem Andrang, möchte ich mein Hohelied auf das Kosmos am Nachmittag anstimmen: Mein schönstes Kosmos-Erlebnis war der Nachmittag des Faschingsdienstag: es war leer. Niemand - nur ein freundlicher Kellner in Kosmos-Kellnerjacke und dessen Bekannte oder Freundin.
Und dann sitzt man da, im ersten Stock, sieht die Welt auf der Marsstraße an sich vorrüberziehen und treibt mit einem naturtrüben Bier ganz langsam in einen ungewissen Abend, an dem alle anderen verrückt spielen. Wenn man (mindestens) zu zweit hingeht, kann man reden. Wenn man alleine da ist, kann man nachdenken, über was man schon immer mal nachdenken wollte oder lesen, was man schon immer mal lesen wollte. Hektik ist hier ganz weit weg.
So kann das Kosmos auch sein. Und das ist auch gut so.

ottogang Gegenentwurf ?
Was meint das?

grosse_koalition Das meint “Man kann es auch anders sehen als die anderen”.

Cafe usw. - Maxvorstadt

Türkenstr. 55, 80799 München

22-06-2006 (actualizado el 28-01-2008)

Das Café usw. in der Türkenstraße ist ein nettes studentisches Café im Uni-Viertel Münchens. Es ist auch unter der Woche nett und unaufgeregt. Ich möchte das Café usw. aber vor allem wegen des Frühstücks an Sam- und Sonntagen empfehlen. Seit Jahren gilt der Preis von 7,50 EUR (inkl. Getränk) für ein reichhaltiges Frühstücksbüffet. An Sommersamstagen kann man an der Straße sitzen und den Münchnern beim Einkaufen zuschauen. Im Winter sitzt man drinnen bei Spät-Siebziger-Charme.
Manchmal wird auch Kunst ausgestellt - aber gut, sie sollen ja auch gastronomische Leistung erbringen...

Bodega Góngora - Casco antiguo

c/Albareda 5, 41001 Sevilla

27-01-2008

Die Bodega Góngora ist einer der wenigen Plätze, die es schaffen, sowohl Touristen als auch Einheimische anzuziehen. Die alten Sevillaner, die drinnen an der Theke stehen, sehen aus, als würden sie das seit der Gründung im Jahr 1939 regelmäßig tun. Und ich würde mich ihnen anschließen, wenn ich nur öfter in Sevilla wäre.
Die Bar, so groß wie ein mittleres Wohnzimmer, hölzerne Weinregale, Fliesen; an den Wänden hängen die unvermeidlichen Insignien andalusischer Kultur: Stierköpfe, Stierkampfplakate, vergilbte Fotos von Oster-Prozessionen. Sie liegt in direkter Umgebung der Einkaufsmeile ("Schatz, ich warte hier auf Dich. Lass Dir Zeit.").

Und jetzt zum Eigentlichen: zu den Tapas und den Weinen. Die Auswahl ist unvergleichlich. Natürlich gibt es die spanienweiten Klassiker, daneben kross gebackene "Toritillitas", Fisch, "Arroces" (verschiedene Reis-Gerichte), Oliven. Und wenn man drinnen an der Theke bestellt, wird es geradezu mit Fürsorge serviert. Zubereitet werden die Speisen immer frisch. In einer Küche, in der neben Platz für den Herd gerade noch Platz für den Koch - zum Umdrehen muss er schon rauskommen. Aber das macht er gerne in seinem schicken 70er-Jahre-Unterhemd. An Weinen gibt es hier alles, was Andalusiens Winzer so hervorbringen: finos, manzanillas, Rotweine, Weißweine. Viel davon stammt aus dem eigenen Weingut.
Noch ein nettes Detail: Wenn man an der Theke steht, schreibt der Ober den Preis jedes Gerichts mit Kreide auf die Holztheke.

Und draußen in der Bullenhitze sitzen die Touristen und freuen sich des Lebens.

La Bouche - Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt

Jahnstr. 30, Eingang Westermühlstr., 80469 München

28-06-2007

"La Bouche" ist ein nettes, kleines, unaufgeregtes Lokal im Glockenbachviertel. Untergebracht ist es in einer ehemaligen Metzgerei. Es verströmt, auch unabhängig vom Namen, einen sympathisch französischen Flair (ohne dass ich sagen könnte, woran das genau liegt). Die Küche ist international und war bisher immer sehr gut (z.B. gegrilltes Lachssteak in einer Wasabi-Sonstwas-Soße). Die Weine passen auch - nichts Überirdisches, aber eine schöne Auswahl.
Allein: zwischen Küche und Speiseraum gibt es keine geschlossene Tür (und in der Küche offenbar keine vernünftige Lüftung). Und so riecht man den Klamotten auch am nächsten Tag noch an, dass man im "La Bouche" war.
Trotzdem gehe ich gerne hin.