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Hotel Reuterhof - Stavenhagen
Werdohler Str. 7, 17153 Stavenhagen
09-08-2009
Wir haben uns mal wieder in einen Reisebus gesetzt, um den Osten Deutschlands zu erkunden. Die Reise hieß “Mecklenburger Seenplatte” und führte uns zur Reuterstadt Stavenhagen. Die Stadt liegt nun nicht direkt an einem See der ebensolchen Platte sondern in der Mecklenburgischen Schweiz.
Als Station für die vier Übernachtungen bot das Busunternehmen seinen Gästen das Hotel Reuterhof mit Frühstück und Abendessen an.
Der Reuterhof liegt etwas außerhalb des Stadtkerns, aber in ca. 15 Minuten lässt sich dieser bequem (wenn man den Feldweg nimmt, den man erst einmal finden muss) erreichen. Weniger bequem ist es entlang der Straße, führt aber zum selben Ziel. Und: wählt man den Weg entlang der Straße, kommt man an dem einfallsreich bemalten Haus vorbei, dass sicher schon tausendfach als Fotomotiv gewählt wurde.
Das Hotel selbst wirkt wie ein ehemaliger Bauernhof mit zwei langgezogenen Gebäudetrakten. Zwischen den beiden Gebäuden befindet sich der Hof, auf dem auch Parkplätze für PKW und Busse eingerichtet sind. Ein Zimmer mit Fenster zum Hof bedeutet also auch gelegentliche Ruhestörung durch laufende Motoren, lärmende Touris und Türen-Geschlage. Aber man kommt auch in den Genuss des Schwalbenzirpens. Diese kleinen Vögelchen nisten zuhauf unter der Dachrinne der Häuser und fliegen den Gästen dabei nahezu ins Zimmerfenster.
Bei Ankunft mit dem Bus wurde der Bus gleich der Geschäftsführer des Hotels geentert. Er begrüßte uns launig mit einer kurzen Beschreibung des Hotels und des Ortes. Dann verlas er die Namen der Gäste und nannte ihnen ihre Zimmernummer. Prima organisiert das Ganze!
So brauchten wir an der Rezeption nur noch unsere Zimmernummer zu nennen und erhielten gleich den Schlüssel ausgehändigt.
Wir nahmen unser Zimmer ein und waren angenehm überrascht. Ein sehr großzügiges Zimmer mit viel Stauraum und Ablageflächen. Tisch und 2 Stühle sowie ein Fernsehgerät waren vorhanden. Im Badezimmer Föhn und Seife sowie frische Handtücher und den “Mechthild-war-hier”-Knick im Toilettenpapier.
Eine halbe Stunde nach Ankunft war für uns das 3-Gang-Abendessen vorbereitet.
Wir saßen an langen Tischen mit sehr viel Freiraum pro Stuhl links und rechts. Seit langem das erste Mal, dass ich nicht ständig an meinen Mann gestoßen bin beim Essen (er Linkshänder, ich Rechtshänder). Die angebotenen Speisen waren schmackhaft und von der Menge her ausreichend. Gute Hausmannskost eben.
Auch nach dem Essen war es noch sonnig, und es wehte ein laues Sommerlüftchen, wir hätten uns eigentlich auf die sehr große und schöne, gepflegte Terrasse (der Weg außen herum dorthin war von Schnecken übersät - hier musste man Kunstfertigkeit im Spitzentanz besitzen, um keine platt zu treten) setzen sollen, von der aus man über Wiesen und Felder hin zum Ort schauen kann. Aber wir waren neugierig und guckten uns den Stadtkern an. Sehr überschaubar war er, für einen Ort, der einen derart voluminösen Namen hat. Aber der Platz im Zentrum, wo sich auch das Fritz-Reuter-Museum befindet, war ansprechend gestaltet. Einige Lokalitäten hatten sich dort angesiedelt, die Eisdiele war noch geöffnet und hatte Stühle draußen stehen. Doch wir wollten ja heute nur mal gucken und waren zu müde, um uns hier noch länger aufzuhalten.
In den Betten schlief es sich ausgezeichnet. Die Kapelle, die in der gegenüberliegenden, auch zum Hof gehörenden, Räumlichkeit spielte, war nach 23 Uhr nicht mehr zu vernehmen und so verbrachten wir eine sehr erholsame Nacht.
Der Reuterhof hat sich wohl auf busfahrende Gäste spezialisiert. In mehreren großen Sälen können alle Platz finden.
Doch auch Einwohner kommen hierher, denn eine Bowlingbahn (war leider außer Betrieb während unseres Aufenthaltes), sowie eine Schwimmhalle, die auch von Schulen und örtlichen Sportvereinen genutzt wird, sowie ein Saunabereich mit Dampfbad und Solarium (10 Minuten für 2 €) sind ein attraktives Angebot. Hotelgäste können diese Einrichtungen alle kostenlos nutzen. Wir haben es nicht getan, weil Bustouristen permanent in Unternehmungsstress sind.
An einem der abendlichen Zusammenkünfte zum gemeinsamen Essen veranstaltet das Hotel für die Busgäste immer etwas Besonderes. Ein Musiker-Duo (ohne große künstlerische Leistung und mit vorwiegend deutscher Schlagermusik) soll die Gäste nach dem Essen unterhalten. Unsere Gesellschaft löste sich nach dem Essen jedoch zusehends auf, was mir beinahe schon unangenehm war. Mein Mann fühlte sich sogar irgendwie verpflichtet, zu bleiben, um den Musikern Trost zu spenden. Mit aufmunternden Worten, versuchte er, sie bei Laune zu halten. Die Gäste verließen den Speisesaal obwohl sich die Gastgeber alle Mühe gegeben hatten, sie durch die 1-€/Schnaps-Aktion zu halten. Der Speisesaal war nun aber auch wirklich nicht besonders gemütlich durch die Sitzanordnung und die helle Lüsterbeleuchtung von der Decke. Auch wir gingen daher in das neben dem Saal gelegene Restaurant. Hier war es nicht so laut und viel netter. Eine Runde Schnaps nach der anderen wurde gegeben. Wir hatten uns mittlerweile mit den altersmäßig am naheliegendsten Mitreisenden verbündet: Zwei allein reisende Damen aus irgendwelchen Dörfern im tiefsten Westerwald und zwei allein reisende Damen aus Taiwan, wovon eine schon seit vielen Jahren in der Nähe von Koblenz wohnte. Je mehr Schnaps wir tranken, um so unterhaltsamer wurde der Abend. Wir lernten die ersten Worte Chinesisch. Als dann die Rechnung kam, kam uns diese auch gleich Chinesisch vor. Die Schnapspreise waren mit 1,40 € angerechnet worden. Wir reklamierten und erfuhren, dass die Sonderpreise nur bei Verzehr im Speisesaal gelten würden. Na, das war doch wohl ein Ding, eine echte Schnapsidee! Darauf war nicht hingewiesen worden. Um unseren Unmut zu bändigen, wollte die Bedienung die Mehrkosten dann auf ihre Kappe nehmen. Das wollten wir natürlich auch nicht, aber sie ließ sich davon nicht abbringen. Wir haben es schließlich mit dem großzügigen Trinkgeld wieder gutgemacht, zu dem wir durch ein am Morgen unserer Abreise dezent auf dem Frühstücksbuffet-Tisch aufgestelltes Sparschwein aufgefordert wurden. Diese Begebenheit war der einzige Wermutstropfen während unseres Aufenthaltes.
An einem Abend wollten wir nach dem Essen das Internet nutzen. Unseren Laptop hatten wir dabei und erkundigten uns nach Möglichkeiten, online zu gehen. W-Lan ist geplant, aber noch nicht auf den Zimmern verfügbar. Doch die sehr entgegenkommenden, übermäßig, fast schon beängstigend freundlichen Mitarbeiter des Hauses waren flexibel und ermöglichten den Zugang an der Sitzecke vor der Rezeption. Mein Kabel wurde eingesteckt, der Geschäftsführer persönlich meldete mich im Internet an und schon standen uns die endlosen Weiten des WWW offen. Nach ca. 60 Minuten waren wir fertig und fragten nach den Kosten. Alles gratis, aber wir dürften gerne eine kleine Spende in das Trinkgeld-Schweinchen geben. Das taten wir natürlich sofort.
Für die Tage, an denen wir nicht an den angebotenen Ausflügen teilnahmen, zeigte sich das Hotelpersonal wiederum unglaublich hilfsbereit. Es wurden mal eben Linienbuspläne ausgedruckt, Wegekarten zur Verfügung gestellt und Ideen für die Gestaltung des Tages vorgebracht. Für die Radtour, die wir unternehmen wollten, standen Fahrräder für 6 € pro Tag/pro Rad zur Verfügung. Gute Räder mit 3-Gang-Schaltung! Dass es vielfach um Stavenhagen herum noch an Radwegen fehlt, war ja kein Verschulden des Hotelbetreibers, aber man entschuldigte sich sogar dafür.
Sehr ungünstig sind die Nahverkehrsverbindungen. Busse fahren z.B. zum Ort Waren am Müritzsee nur 2 x täglich, einmal um kurz nach 9 Uhr und einmal um kurz nach 16 Uhr. Und das auch nur von Montag bis Freitag. Am Wochenende gibt es keine Möglichkeit, mit einem Linienbus irgendwohin zu gelangen. Und der Bahnhof des Ortes ist weit außerhalb gelegen (gute 30 Minuten Fußweg). Das Hotel vermittelt für leidenschaftliche Autofahrer jedoch auch gerne Leihwagen, die der benachbarte Autohändler anbietet.
Ist ja klar, warum Busunternehmen solche Orte bevorzugt ansteuern: So bucht der Reisende gerne alle Ausflüge, was die Betriebskasse tüchtig aufbessert. Wir schlagen da immer ein bisschen aus der Art und machen ihnen einen Strich durch die Rechnung.
Der schuldenfreie Ort Stavenhagen hat neben dem Fritz-Reuter-Museum übrigens auch ein Schloss und ein kleines Einkaufszentrum zu bieten. Man kann also durchaus auch mal einen Tag vor Ort und im Hotel verbringen, ohne dass Langeweile aufkommt.
Für das umwerfend sympathische und eifrig bemühte Personal gibt es 5 Service-Sterne von mir! Für das Hotel 4, für die Lage 3.
Die Hotelpreise habe ich jetzt nicht im Kopf, aber man kann sie sicher auf der Homepage nachlesen.
Eine Schlecht-Wetter-Garantie bietet das Hotel leider noch nicht. Sonst hätten wir sicherlich einen kleinen Rabatt erhalten. Aber das Wetter war besser als Kachelmanns Vorhersage und so hat uns der Aufenthalt dort wirklich Spaß gemacht.
Michael Zoll Sollte wohl ein Buch werden? Mir ist das zu reichhaltig, hab auch schon ein Buch.
29 Agosto 2009
Jens Dann müsst ihr euch eben andersherum hinsetzen. Wegen der Verschiedenhändigkeit;-)
12 Julio 2010
Eschweiler , PZ Interior Ltd. / Hotel Eschweiler - Bonn
Bonngasse 7, Am Beethoven-Haus, 53111 Bonn
28-07-2009
Dieses Hotel schmückt sich zwar mit drei Sternen, aber ich ziehe hier mal glatt zwei ab.
Unter mehreren Namen findet man das Hotel: Central Eschweiler oder Galerie Hotel Eschweiler oder wie oben angegeben. Immerhin, das Wort Eschweiler kommt immer vor.
Wir buchten in diesem Hotel zwei Nächte mit insgesamt 8 Personen. Die Buchung klappte völlig unproblematisch per E-Mail und der hierbei zustande gekommene Kontakt mit der “Rezeptionsleitung” erschien freundlich und professionell.
Zum Sonder-Barzahlungspreis von 120 €/Nacht/4 Personen wurde uns ein 2-Zimmer-Appartment der Premiumklasse mit DU/WC bestätigt. Darin enthalten war Frühstücks-Buffet, W-LAN und diverse Vergünstigungen in der benachbarten Gastronomie sowie die Nutzung von Wellness/Fitness: Geräte, Sauna, Dampfbad, Solarium in der Nachbarschaft.
Das Hotel liegt am Walk of Fame (berühmte Bonner haben hier einen mit ihrem Namen versehenen, beleuchteten Pflasterstein erhalten), schräg gegenüber vom Beethovenhaus und neben dem Marktplatz.
Unsere mitgebrachten 8 Fahrräder konnten wir im 1. Stock auf der Sommerterrasse abstellen. Sie dort hinauf zu bekommen, erforderte jedoch absolute körperliche Fitness. Eine schmale, enge, gewundene Treppe führte auf diese Terrasse, auf der jede Menge Tische und Stühle standen und nur durch Verrücken der Möbel eine Möglichkeit gefunden wurde, alle Räder dort unterzustellen.
Die 3 PKW konnten wir in der “benachbarten” Stifsgarage für 7 €/24 Stunden unterstellen. Luftlinie “benachbart” ist korrekt. Aber um die Garage zu erreichen muss man halb durch die Bonner Innenstadt fahren, wenn man sich an alle Abbiegegebote vorschriftsmäßig hält. Der junge Mann, der uns an der Rezeption empfangen hatte, war so freundlich, uns die Anfahrt auf dem Stadtplan einzuzeichnen, so dass wir das tatsächlich hinbekamen ohne uns zu verfahren.
Um Gepäck und Fahrräder aus dem Wagen zu laden, kann man die Fußgängerzone befahren und somit direkt vor dem Hotel halten. Das muss man wissen, sonst verzweifelt man bei der Suche nach einer Zufahrtmöglichkeit.
Nun zum Hotel selbst.
Die drei Sterne waren in 2002 vergeben worden, wie man dem Schild am Eingang entnehmen konnte. Von den Voraussetzungen dafür, war nun nichts mehr zu sehen. Das Hotel machte einen sehr verwohnten Eindruck. Das alleine wäre ja noch nicht mal schlimm, aber es war auch enormer Renovierungsstau. Die Teppichböden der Zimmer waren fleckig, die Tapeten lösten sich an den Klebekanten, die Zimmertüren waren bekritzelt, die Bettwäsche war nicht die sauberste, die Einrichtung schien aus dem Jahr 1950-1960 (oder älter?) zu sein.
Ein Paar unserer Gruppe ließ sich sofort ein anderes Zimmer geben, weil das zuerst zugewiesene völlig unakzeptabel hinsichtlich der Sauberkeit war. Bei einem anderen Paar wurde das Bett nicht gemacht nach der ersten Nacht dort.
Da hatten wir noch Glück. Bei uns war die Bettwäsche sauber und das Zimmer wurde aufgeräumt.
Unser 2-Zimmer-Appartment der Premiumklasse war allerdings weniger Premium als Depressivum. Es handelte sich hierbei lediglich um zwei normale Doppelzimmer, die eine gemeinsame Eingangstür und ein gemeinsames Bad erhalten hatten. Die Entlüftung des Bades ging in den Flur unseres Appartments. Sehr unangenehm, wenn man sich mit Freunden oder Bekannten dieses Appartment teilt. Aber immerhin: Es gab vier Zahnputzbecher, vier Stückchen Seife und einen Fön. Und - ach, natürlich - den W-LAN-Anschluss.
Der Fernseher im Zimmer unserer Freunde funktionierte zunächst nicht, aber das konnte die resolute Dame schnell mit der Rezeption klären und das Gerät wurde betriebsbereit gemacht.
Im Appartment gab es jedoch keinen Kühlschrank, keine Kochnische. Zeichnet das nicht eigentlich ein Appartment aus? Nun, gut. Wir brauchten das natürlich nicht. Was aber an unseren Räumlichkeiten nun Premium sein sollte - das hat sich mir nicht erschlossen. Die Einrichtung war, wie im ganzen Hotel, 60-er-Jahre-Stil mit Holzverkleidungen halbhoch an den Wänden.
Die Fußböden knarrten bestialisch, aber das ist wirklich kein Kritikpunkt, das ist eben in Altbauten so. Vollkommen in Ordnung also.
Der Blick aus unserem Zimmerfenster ging in den Innenhof und zu irgendeiner Kirche. Von hier aus konnte man auch sehr schön sehen, dass die Fassade des Hotelgebäudes genau so bröckelte, wie die 3 Sterne.
Die Hotelrezeption war ein kleiner Tresen innerhalb des Frühstücksraums. Sie wurde bedient von einem jungen Mann, der die ganze Zeit sehr leger in knielangen Hosen herumlief. Kritik, die wir ihm später vortrugen, nahm er gelassen hin und meinte, dass der Inhaber sich eben nicht für das Hotel interessiere.
Das Frühstücksbuffet gab alles her, was man sich am Morgen wünscht. Eier, unterschieden nach weich- und hartgekocht (wobei die weichen genauso hartgekocht waren wie die hartgekochten), Rührei, Spiegelei, Wurst, Käse, Marmelade, Saft, Tee, Kaffee und Cerealien. Unsere Freunde meckerten auch wegen des Rühreis, ich selbst habe es nicht probiert. Sie meinten, es würde irgendwie künstlich schmecken.
Vor der Rezeption war ein Prospekthalter angebracht, der tatsächlich Vorzugskarten für die benachbarte Gastronomie (so ähnlich wie 15% Rabatt auf das preiswerteste Essen) ausstellte. Wir haben davon keinen Gebrauch gemacht und auch Wellness und Fitness nicht ausprobiert. Das überlassen wir den nächsten Gästen.
Einen dicken Vorteil hat das Hotel: Es ist zentral gelegen, man kann das Bonner Nachtleben genießen und dann bequem ins Hotel zurück bummeln.
Zu unserer Frage nach den 3 Sternen von 2002 erhielten wir die Auskunft, dass sie gerade erst wieder für 3 Sterne qualifiziert worden seien, sie hätten nur das neue Schild noch nicht angebracht. Ob man das glauben darf? Wenn dem so ist, haben die Tester bestimmt nur ein Musterzimmer zu sehen bekommen, aber keinesfalls den Durchschnitt.
Schaut man sich die Bilder an, die das Hotel auf seiner Homepage veröffentlicht, ist man wirklich in dem Glauben, man hätte mit dem Hotel eine sehr gute Wahl getroffen. Wie man solche Fotos hinbekommt… Nun, ja. Die digitale Technik macht’s wohl möglich. Außerdem scheint es noch Zimmer zu geben, die vielleicht aktuell renoviert wurden und mit modernen Bädern und Mobiliar ausgestattet sind. Die Gäste-Beurteilungen im Internet zu dem Hotel habe ich leider nicht gelesen, meine Freundin auch erst an dem Abend vor unserer Anreise. Danach war sie schon auf das Allerschlimmste gefasst.
Hinsichtlich der Lärmbelästigung in der Nacht: Schläft man zum Hinterhof hinaus, hat man Ruhe. Schläft man zur Fußgängerzone hinaus, freut man sich über jeden Kneipengänger, der des Nachts in bester Laune durch die Straßen zieht. Unsere armen Freunde waren am ersten Morgen “danach” völlig fertig.
Ein normales Doppelzimmer (Business-Class) sollte übrigens 78 € pro Nacht kosten, ein Zimmer in der 1A-Premium-Komfort-Klasse 83 € pro Nacht.
Die Bezeichnungen für die Zimmer-Qualifizierungen finde ich sehr verwirrend.
Am besten ist es wohl, wenn man sich für die Übernachtung in diesem Hotel entscheidet, man schaut sich die Zimmer vorher einmal an.
Für 78 € würde ich das Zimmer nicht buchen, aber zu dem von uns gezahlten Preis (60 €) würde ich es noch einmal wählen, allein wegen der günstigen Lage.
Alles eine Frage der Einstellung.
6Kraska6 “Premium” hast Du vielleicht falsch verstanden. Premium bedeutet: Wohnen wie in den 50ern zum Preis von heute! Wo kann man das sonst noch? Höchstens in Heidelberg, Bonn oder Tübingen…
29 Julio 2009
Rautgundis Also ein Hotel
- ohne festen Namen,
- ohne Garage,
- ohne komfortable Einrichtung, dazu
- dreckig und
- mit laissez-faire-Personal:
kombiniere, das hat irgendwer geerbt und fährt es jetzt auf Verschleiß und wenn dann wirklich endgültig keiner mehr kommt, dann wird es abgerissen und das Grundstück vertickt.
Aber für die beschriebene Leistung kann man ja wohl höchstens 40 Euro verlangen…..da die Leistung wohl ausschließlich im Frühstückmachen und Zimmerbereitstellen besteht….
29 Julio 2009
Rhein-Ahr-Reisen, Waldforst GmbH - Boppard
Franziskanerstraße 2, 56154 Boppard
28-05-2009
Wir buchten eine Busreise nach Rügen über diesen Veranstalter.
10% des Reisepreises waren als Anzahlung sofort fällig, der Rest 3 Wochen vor Reisebeginn.
Mit der Rechnung, die auch gleichzeitig als Fahrschein diente erfuhren wir auch schon unsere Platznummern. Diese wurden in der Reihenfolge der Anmeldung vergeben, wie man uns berichtete. Das ist sicher nicht immer die glücklichste Lösung. Besser wäre es ein wenig zu selektieren, so dass eine Einzelreisende oder einzelne Paare nicht gerade mitten in einer größeren Reisegruppe landen. Leider geschah uns das so. Es gab auf der langen Fahrt nach Rügen keine 10 Minuten Schnatterpause. Zeitweise konnte ich mich nur mithilfe der Musikbeschallung aus dem MP3-Player ausblenden.
Um 6.00 Uhr war Abfahrt in Koblenz, um 19.30 Uhr erreichten wir unsere Pension auf Rügen.
Hier gibt es noch einen Kritikpunkt: Erst 5 Tage vor Reisebeginn konnte man durch einen Anruf beim Veranstalter in Erfahrung bringen, in welchem Ort und welchem Quartier man untergebracht würde.
Aber uns war das jetzt mal egal, bei 4 Übernachtungen würde das wohl so oder so auszuhalten sein. Schließlich wollten wir einfach mal einen Eindruck von der Insel Rügen gewinnen.
Wir fuhren zunächst nach Limburg, um dort den eigentlichen Busfahrer, unseren Rudi, einzuladen. Er war der einzige Fahrer für die gesamte Strecke. Alle 2-3 Stunden wurde eine Pause angekündigt. Tatsächlich haben wir aber nur 3 Pausen eingelegt. Uns persönlich kam das natürlich entgegen, weil wir ja doch mal irgendwann ankommen wollten.
Durch hohes Verkehrsaufkommen und einmaliges Verfahren hatten wir am Ende des Tages diese doch ganz beachtliche Fahrtzeit erreicht.
Rudis Kühlschrank war jedoch gut bestückt mit diversen Getränken, die auch zu einem sehr akzeptablen Preis angeboten wurden. Die Gäste bedienten sich aus dem Kühlschrank während der Fahrt selbst und legten das Geld dafür auf die Ablage. Leider ist eine Mitreisende bei dieser Aktion einmal zu Fall gekommen. Rudi musste stark bremsen und die Dame schlug sich den Kopf an der Ablage neben dem Fahrersitz. Gottseidank ist außer einer kleinen Beule wohl nichts weiter passiert. Über die möglichen Spätfolgen bin ich nicht unterrichtet.
Die Mitreisenden waren allesamt im gesetzteren Alter. Ich denke, dass das Durchschnittsalter bei 60-65 Jahren lag. Klar, dass ich mich in dieser Gruppe wie ein junger Hüpfer fühlte. Aber dadurch kam es auch zu keinerlei zwischenmenschlichen Annäherungen. Das passte einfach nicht.
Auf Rügen endlich angekommen, stellten wir bald fest, dass uns das Reiseunternehmen zwar in einem landschaftlichen schönen Ort untergebracht hatte, aber dass man von dort kaum Chancen auf eigene Aktivitäten entwickeln konnte. Das Verkehrswegenetz war sehr dünn.
Trotzdem haben wir verzichtet, an der Rügen-Rundfahrt teilzunehmen. Wir mussten mal einen Tag ohne Bus und Mitreisende sein. Dadurch haben wir leider auch nicht die Kreideküste, das Wahrzeichen Rügens gesehen. Das wollten wir eigentlich auf eigene Faust erkunden, aber… (siehe oben).
Aber wir nutzten die (kostenpflichtige) Teilnahmemöglichkeit an der Fahrt nach Binz, Prora und Sassnitz am ersten Tag nach Ankunft.
Es war ein düsterer, windiger (wie auch sonst da oben im Norden?) und kühler Tag, aber für Besichtigungen eigentlich sehr schön. Zwischendurch kam dann auch immer mal die Sonne raus.
Binz war so ein typisches Ostseebad mit ellenlanger Strandpromenade uns sehr schönen Villen. Auch die Innenstadt war recht attraktiv.
Prora, das nie in Betrieb genommene Seebad der KdF-Organisation, in dem 20.000 Menschen gleichzeitig eine Unterkunft finden sollten, war dagegen eher deprimierend. Die ganze Anlage verfällt zusehends, wird aber als Denkmalschutz nicht dem Abriss preisgegeben. In einem Teil des 4,5 km langen Gebäudes ist ein Museum untergebracht, das die Geschichte der Anlage dokumentiert. Eine Jugendherberge ist in einem anderen Teil geplant, ein weiterer Teil soll als Eigentumswohnungen umgebaut werden. Neben dem Prora-Gebäude wurde ein Seil-Klettergarten errichtet.
Für Prora und Binz sowie auch für die beiden nächsten Tagestouren hatte das Busunternehmen einen Reiseführer gebucht. Der war klasse. Er hätte gut im Comedy-Club auftreten können, so einen schönen trockenen Humor hatte er. Und nebenbei hat er uns viel Wissenswertes vermittelt, aber auch genügend Zeit für eigene Erkundungen gelassen.
In Sassnitz konnte man das U-Boot H.M.S. Otus besichtigen. Mein Mann hat die Chance genutzt und kam ohne Beulen recht beeindruckt von den kleinen Räumen im Schiffsinneren zurück. Ich hatte mir in der Zwischenzeit einen Sanddorn-Grog gegönnt und war genauso wenig standfest wie ein Seefahrer.
Deshalb begaben wir uns anschließend erst einmal in die Fischfabrik, wo man Geräuchertes und Dosenfisch kaufen und auch gleich verzehren konnte. Man, war hier ein Kommen und Gehen. Die müssen unheimlich Umsatz machen dort. Hier habe ich auch meine erste Soljanka gegessen. Die schmeckte allerdings überhaupt nicht fischig sondern eher wie eine normale Gulaschsuppe, aber lecker süß! Dazu ein Makrelen-Brötchen und ich war wieder auf dem Damm.
Am letzten Tag auf Rügen ging die Fahrt von Rügen weg nach Stralsund und zum Fischland Darß.
Von Stralsund waren wir wirklich begeistert. Das Wetter spielte auch mit und wir durften, wenn wir wollten, den Tag hier bleiben. Das Angebot nahmen wir an, während die übrigen Reisenden zum Fischland Darß gefahren wurden.
Wegen des schönen Sonnenscheins haben wir keine Museen besichtigt, sondern einfach den Hafen, die Stadt, die Menschen dort erlebt.
Im Hafen von Stralsund haben wir uns sehr lange aufgehalten. So viele Räucherschuppen, so viel Atmosphäre. Die Gorch Fock I liegt seit Ende 2003 unter deutscher Flagge im Hafen von Stralsund. Man kann das Schiff besichtigen und sogar den Großmast ein Teilstück entern - natürlich mit Stricken gesichert.
Das Ozeaneum, was auch am Stralsunder Hafen gebaut wurde, ist schon von der Architektur her beeindruckend. Ich hätte mir auch gerne die Unterwasserwelt, die dort zur Schau gestellt wird, angesehen. Aber man schafft nicht alles in ein paar Stunden Stralsund. Dazu müssen wir noch einmal herkommen. Weitere interessante Museen in dieser Richtung sind das Nautineum und das Meeresmuseum. Beim nächsten Mal, Freunde. Wenn die Sonne nicht so reizt, den Tag im Freien zu verbringen.
Die Fischland-Reisenden luden uns auf der Rückfahrt wieder ein und zurück ging es in unser verschlafenes Örtchen Ralswiek auf Rügen.
Auf der letzten Strecke brachte der Reiseführer noch eine CD eines befreundeten Musikers zu Gehör. Qualitativ nicht umwerfend, aber gut für die allgemeine Stimmung. Reisende und Bus schunkelten nach den Klängen von “wo die Nordseewellen trekken an den Strand…” Dass unser Rudi mit dem Bus Schlangenlinien fuhr, hielt ich zwar für ein wenig bedenklich, aber spaßig war es schon!
Beide von uns mitgemachten Tages-Ausflüge kosteten zusammen übrigens 47 € pro Person. Ich denke, der Preis ist in Ordnung, zumal man die Führung ja auch noch berücksichtigen muss.
Am nächsten Tag starteten wir gegen 7.30 Uhr nachdem wir ein letztes Mal das Frühstücksbuffet genossen hatten.
Die Rückfahrt dauerte dann auch nur ca. 11 Stunden. Wieder begleitet von dem unentwegten Geschnatter der vorwiegend weiblichen Gruppe um uns herum.
Alles in allem: Eine interessante Reise, die wir zu einem Preis von 390,00 € für zwei Personen buchen konnten (ohne die Ausflüge).
Der Bus schien mir sicherheitstechnisch in Ordnung. Jedenfalls Nothammer konnte ich in ausreichender Zahl entdecken.
Die Lüftung ließ sich nicht so besonders regeln, zeitweise bin ich fast dahingeschmolzen, wenn die Sonne die Businnentemperatur in die Höhe schnellen ließ.
Vielleicht fahren wir einmal wieder mit Rhein-Ahr-Reisen. Es stehen viele interessante Ziele im Programm: Marienbad, Salzburger Land, Berlin, Davos, Kroatien, Mecklenburgische Seenplatte, Gardasee, Borkum…
Es gibt viel zu sehen, packen wir’s an!
Pension Zum Schlossgarten - Ralswiek
Parkstr. 44, 18528 Ralswiek
16-05-2009
Eine Busreise nach Rügen führte uns in diese Pension, die als Standort für drei Tage diente.
Das Ankommen dort war schon mal sehr entspannend. Kein Anstehen an einer Rezeption und Anmeldezettel ausfüllen bis man endlich einen Schlüssel erhält und sich aufs Zimmer begeben kann.
Nein die Chefin enterte unseren Bus mit einem Korb voller Schlüssel und griff in die Lostrommel für jeden Reisenden. Wir erhielten den Schlüssel für ein kleines Ferienhäuschen auf dem Gelände.
Die Pension besteht aus mehreren Gebäuden, die 1997 erbaut wurden und sich in einem großen Gartenareal aufteilen. Es gibt 22 Doppelzimmer und zwei Ferienhäuser.
Unser Ferienhaus machte allerdings den Eindruck, als sei es doch schon 20 oder 30 Jahre früher gebaut worden. Aber es war alles in Schuss. Nur die Ausstattung und Einrichtung (sprich das Mobiliar) wirkten schon etwas angestaubt. Bei den Möbeln hatte ich den Eindruck, dass hier alles abgestellt worden war, was sonst nirgends hin passte.
Die Heizung war nicht eingeschaltet. Da es tagsüber kühl und nachts richtig kalt war, haben wir sie erst einmal aufgedreht (sie funktionierte!). Aber bis das Haus sich erwärmt hatte, reisten wir auch fast schon wieder ab.
Von unserem Ferienhäuschen, das mit Schlaf- und Wohnzimmer (mit kleinem Fernseher), Toilette, Waschbecken, separater Duschkabine (ohne Shampoo, ohne Seife, ohne Föhn, dafür transparent zur Küche hin) und Küche ausgestattet war, lief man ein paar Stufen hinunter, ging dann durch den Park der Anlage (mit Vogelvoliere), um in das Restaurant-Gebäude zu gelangen.
In diesem Gebäude gibt es auch eine Bowlingbahn. Und hier, natürlich nicht auf der Bowlingbahn, sondern im Gastraum, erhielten wir Frühstück (Buffet mit Eiern, Salaten, Säften, Wurst, Käse, Joghurt, Obst) und ein Zweigang-Menu (ohne Wahlmöglichkeit, mal mit Suppe, mal mit kleinem Dessert) zum Abendessen.
Wir waren mit dem Angebot sehr zufrieden. Die Teeauswahl am Morgen war allerdings recht beschränkt und man war offensichtlich auf das Tee-Servieren nicht eingestellt. Denn an zwei Tagen wurde er schlichtweg vergessen. Nun, ja.
Das Abendessen in dieser Zweigang-Menu-Form ist sicher nur für größere Reisegruppen vorgesehen. Ich denke, wenn man als Individual-Reisender dort unterkommt, gibt es a la carte-Essen.
Da wir immer sehr früh zu Abend aßen (Gruppenzwang eben), war der Abend danach sehr lang. Und was macht man in einem Ort wie Ralswiek danach?
Gut, man kann an den riesigen See, den Großen Jasmunder Bodden, gehen und aufs Wasser schauen. Oder man kann versuchen, in einer der anderen Lokalitäten im Ort noch einen Absacker zu sich zu nehmen. Auch der kleine Yachthafen ist ganz nett anzuschauen. Und wenn es noch hell genug ist oder mal ein paar Stunden Freizeit da sind: Unbedingt das Schloss (das auch ein Hotel ist) besichtigen mit seinem schönen Park (uralte Bäume), von dem aus man auf den Bodden schauen und auch einen Teil der Festspielbühne (Störtebeker Festspiele von Juli bis August) einsehen kann.
Ab Anfang Mai vekehrt auch einmal täglich (Frühaufsteher: 9.05 Uhr) ein Schiff nach Hiddensee. Das haben wir leider erst gelesen, als das Schiff schon unterwegs war. Wir sind Langschläfer!!!
Und auch Ralswiek ist ein Langschläfer. Der Ort erwacht erst und nur für die Festspiel-Saison. Ansonsten ist dort ziemlich tote Hose. Aber wir trafen viele sehr nette, “zutrauliche” Einheimische und Zugezogene, mit denen wir lange Gespräche führen konnten. In den Genuss kommt man als Gruppenreisender sonst ja eher selten.
Mit dem Linienbus kommt man von Ralswiek aus auch weg. Der fährt alle drei Stunden in die Inselhauptstadt Bergen. Hier könnte man auch mal ins Internet. In Ralswiek kann man das vergessen. Es gibt keinen Internetanschluss in der Pension, keinen Hot Spot im Ort.
Wir wollten ein Auto leihen für einen Tag. Das Personal in der Pension konnte jedoch keinen Verleiher auftreiben. Nur einen VW Scirocco hätten wir für 65 EUR/Tag bekommen können. Wir hatten eher an einen schnuckeligen Kleinwagen gedacht.
Radverleih? Fehlanzeige! Nur gegen vorherige Anmeldung, obwohl es im Ort von Werbeschildern für den Radverleih wimmelt. Will man eines ausleihen, kommt irgendein Verleiher aus einem der Nachbarorte und bringt ein Fahrrad vorbei. Warum die am Hafen oder in der Pension nicht selbst ein paar Räder für Gäste haben?
Wobei die Radfahrmöglichkeiten von Ralswiek aus sowieso nicht so glänzend sind. Um den Bodden herum kann man nicht radeln. Immer wieder muss man durch Waldflächen und über steile Wege zu den nächsten Ortschaften. Ja, steile Wege. Rügen ist verdammt hügelig!
Ach, noch was zu der Pension: Flexibilität kann ich dem Personal bescheinigen! Aufgrund einer anderen größeren Veranstaltung, die zeitgleich mit unserem Aufenthalt dort stattfand, wurde innerhalb von kürzester Zeit mal eben ein großes Partyzelt vor dem Restaurant-Gebäude aufgestellt, in dem unsere Busgesellschaft dann ihr Abendessen einnehmen konnte. Das freute die Raucher. Denn dort durften sie dann auch mal sitzenbleiben nach dem Essen, um ihrer Leidenschaft zu frönen. Am nächsten Mittag war das Zelt schon wieder abgebaut.
Auch am Abreisetag stellte es für das Personal kein Problem dar, dass wir schon um 06.30 Uhr frühstücken wollten (wir persönlich eher: sollten), obwohl die eigentliche Frühstückszeit erst um 07.30 Uhr begann. Alles funktionierte perfekt wie jeden Morgen - sogar der Tee kam ohne zweite Aufforderung an den Tisch.
Resumée: Wer die Abgeschiedenheit liebt, wer einen Liegeplatz für sein Boot sucht, wer Festspiel-Gast ist - der kann hier gut Quartier nehmen.
Anderenfalls würde ich auf Rügen dann eher Binz als längerfristiges Quartier wählen.
Räucherschuppen - Stralsund
Hansakai, Hafeninsel zwischen Gorch Fock u. Seebühne, 18439 Stralsund
12-05-2009
3 Tage Aufenthalt Rügen hieß es in der Reisebeschreibung. Davon 1 Tag Stralsund - na, ja. Ist ja beinahe Rügen.
Wegen vielfacher Lobeshymnen auf die Hansestadt Stralsund wollten wir uns die Tour auf keinen Fall entgehen lassen. Und wir haben keine Stunde Aufenthalt (von insgesamt 7) dort bereut.
Ich soll an dieser Stelle jedoch nur einen Beitrag zu dem Räucherschuppen verfassen, den wir am frühen Nachmittag aufsuchten, nachdem wir schon am Morgen dort vorbeigekommen waren und dieses Plätzchen sofort zu unserem Favoriten gemacht hatten.
Der Räucherschuppen liegt direkt an der See neben dem Anlegeplatz des Segelschulschiffes Gorch Fock I. Man sitzt hier also förmlich in der ersten Reihe.
Mit gutem Appetit nach Studium der Speiseangebote schloss ich mit meinem Mann eine Wette ab. Da es bei meinen Bestellungen in Restaurants in 60-70% der Fälle heißt: “oh, dieses Gericht ist gerade ausverkauft”, oder: “dieses Gericht haben wir ganz gestrichen” (obwohl es noch auf den jeweiligen Speisekarten steht), ging ich davon aus, dass es auch die vom Räucherschuppen angebotene Dorschleber nicht geben würde. Ich sterbe für Dorschleber! Und ich hatte richtig Lust darauf. Jetzt. Mein Mann begann seine Bestellung gleich damit, dass er unsere Wette vortrug. Und siehe da: Ich hatte gewonnen. Dorschleber ist aus, sagte uns der freundliche junge Mann. Ha, Wette gewonnen, aber Wunschgericht leider nicht auf dem Teller. Ich schilderte dem Mann hinter dem Fischtresen meinen langjährigen Restaurant-Bestell-Leidensweg. Da zeigte er Erbarmen und meinte, meine Enttäuschung könnte er aber leicht beheben. Innerhalb von 10 Minuten hätte er Dorschleber besorgt. Flugs rief er dem Kollegen zu, dass er gerade mal die Gästebewirtung übernehmen solle und machte sich auf den Weg.
Der Inhaber des Räucherschuppens hat drei weitere Fisch-Lokalitäten in Stralsund unter seiner Regie: Die Fischbar, die Fischhalle und den Fischkutter. Von irgendwo dort kehrte er tatsächlich nach einigen, wenigen Minuten zurück mit einem Glas Dorschleber (“wir legen den selbst ein” - war der Kommentar).
Man, war ich angetan von diesem Service! Aus lauter Dankbarkeit, und natürlich auch, weil mein Appetit inzwischen noch größer geworden war, bestellte ich zusätzlich eine Portion Hornfisch. Den kannte ich noch nicht, hatte ihn zuvor nur an Fisch-Verkaufsständen gesehen. Sieht aus wie Aal mit einem Sägefisch-Maul. Da er wesentlich preiswerter als Aal ist, wird er hier auch als Aal des Kleinen Mannes bezeichnet.
Im Verkaufsraum des Räucherschuppens, in dem es ebenfalls Sitzgelegenheiten gab, war es richtig gemütlich. Zeichnungen an den Wänden und maritime Dekoration überall. Ich kann mir gut vorstellen, dass man hier sogar bei Schietwetter gerne sitzt.
Mit den bestellten Getränken in der Hand sollten wir uns einen Platz aussuchen, das Essen würde uns dann an den Tisch gebracht.
Das ging auch ganz flott. Wir aßen bei strahlendem Sonnenschein, vor dem Wind hinter Scheiben sitzend geschützt, und genossen das, was da auf unseren Tellern lag.
Es war einfach köstlich! Der Hornfisch schmeckte nicht wie Aal, aber doch sehr gut. Und: Er hat grüne Gräten. Die lassen sich natürlcih superleicht auch ohne Brille finden und vom Fischfleisch separieren.
Die Dorschleber war zart und frisch. Dazu ein knackiges Brötchen. Hmm, ich könnte sofort wieder dorthin.
Als Absacker diente ein Saurer. Und nach einer Stunde des Sitzens und Träumens und Schwärmens überkam mich neuerlich der Appetit. Bei den Leuten am Nebentisch hatte ich die Soljanka schon voller Neid betrachtet. Eine Art Gulaschsuppe mit Fischfleisch. Ich bestellte einen Teller. Die Suppe war ja dann die absolute Krönung! Leicht süßlich abgeschmeckt mit gaaanz viel Fischeinlage.
Die jungen Männer, die den Räucherschuppen bewirtschafteten waren frech-fröhlich, einfach nette Jungs! Und noch einmal: Der Service ist unschlagbar. Ich hoffe, das bleibt auch in der Hochsaison so und auch, wenn das Lädchen mal länger als ein Jahr in Betrieb ist.
Auf jeden Fall wünsche ich ihnen, dass viele Gäste kommen und die Theke leerkaufen. Vielleicht kann mein Bericht einen kleinen Beitrag dazu leisten.
Jungs, macht weiter so!
Ach ja: Räucherfisch kann man natürlich auch mitnehmen dort. Heilbutt, Sprotten, Aal…
Der Preis für Aal lag bei ca. 3,00 €/100 g. Wir nahmen einen mit und erinnerten uns so noch am Tag danach abends zu Hause an die herrliche Zeit im Räucherschuppen in Stralsund. Das Aalfleisch war so zart, es zerging auf der Zunge. Meine Empfehlung!
Hohenloher Figurentheater - Herschbach
Dr. Hans-Brüll-Str. 41, 56249 Herschbach
11-04-2009
Dieses Theater ist mobil und bietet Aufführungen an den verschiedensten Orten zu den verschiedensten Anlässen. Gebraucht wird nur ein Podest, eine Steckdose, eine gewisse Raumhöhe.
Ich besuchte eine Aufführung in einem Saal des wunderschönen Schloss Engers in Neuwied.
Und warum geht ein lange schon Erwachsener zu einem Puppenspiel? Das war sehr eigennützig. Ich wollte einfach klassische Literatur lecker verpackt serviert bekommen, um diese dann leichter verdauen zu können.
Das Figurentheater zeigte an dem Sonntag Nachmittag das Meisterwerk “Jedermann” nach Hugo von Hofmannsthal. Weil wir bis zur letzten Minute vor meiner Abfahrt Besuch hatten, hatte ich nicht die Möglichkeit, mich ein bisschen mit den Inhalten des Stücks auseinanderzusetzen. So musste dafür das Programmheft herhalten, was die Puppenspieler vor Beginn der Aufführung für 1,00 € anboten. Ein Spottpreis für eine so aufwendig gestaltete Broschüre!
Ich hatte einen Platz in der ersten Reihe, aber leider ganz außen, so dass ich den rechten Bühenbereich nicht einsehen konnte. Doch es spielten sich dort nur wenige, unbedeutendere Szenen ab, so dass es kein wirklicher Mangel war.
Die Puppenspieler heißen Johanna und Harald Sperlich. Sie beide allein bewegten die verschiedensten Puppen sehr geschickt, sehr gekonnt. Sie bespielten die Puppen in offener Weise, d.h. man sah die Puppenspieler während der Aufführung auch. Aber der konzentrierte und interessierte Zuschauer ist schnell gefesselt von der Handlung und blendet die Puppenspieler in seiner Wahrnehmung irgendwie aus.
Die Puppen waren ein Genuss! Liebevoll bis ins Detail gestaltet. Der Teufel hat Haare auf der Brust! Ich empfehle auf jeden Fall mal einen Blick auf die Homepage. Direkt auf der ersten Seite sieht man die ganze Puppenschar.
Auch die Stimmen, die die Puppenspieler ihren Figuren verliehen, waren überzeugend und passend. Auch interessant, wie ganze Figurengruppen zum Leben erweckt wurden! Das muss man mal gesehen haben - eine enorme Geschicklichkeit, die die Puppenspieler hier an den Tag legten. Natürlich auch eine gut durchdachte Anfertigung der Figuren.
Die Puppenspieler selbst hatten eine überaus sympathische Ausstrahlung. Johanna Sperlich muss sehr klein sein, denn sie trug Schuhe mit mindestens 15 cm Plateau-Absatz. Aber sie bewegte sich darauf völlig sicher und trotzdem grazil.
Das Stück “Jedermann” hat mir wirklich das gegeben, was ich mir versprochen hatte. Das Stück wird mir fortan ein Begriff sein. Warum kann Schule nicht so anschaulich solchen Stoff vermitteln?
Ich spreche hiermit meine Empfehlung für alle Klassenlehrer aus. Ihre Schüler werden es Ihnen danken!
Ganz besonders nett empfand ich, dass nach der Aufführung alle Puppen noch einmal gezeigt wurden, dass man sie fotografieren durfte und dass man dadurch die Möglichkeit hatte, mit den Puppenspielern zu diskutieren bzw. ihnen Fragen zu stellen.
Das Hohenloher Figurentheater besteht schon über mehrere Generationen (ich hoffe, dass sich das auch in Zukunft so fortsetzt) und die beiden Sperlichs spielen mit ihren Puppen schon seit 1974. Mich haben die beiden einfach begeistert, sowohl ihr Spiel, als auch ihre Persönlichkeit und natürlich die wunderschönen Puppen, die ein jeder Sammler gerne besitzen würde.
Das Figurentheater hat übrigens noch vier weitere Erwachsenen-Stücke im Repertoire, sowie 7 Stücke für Kinder, wie z.B. Der Kleine Vampir und Der Kleine Muck.
Liebe Kulturfreunde, liebe Stadtväter - wollt Ihr zu einem bestimmten Anlass ein besonderes Event bieten? Folgt einmal meiner Empfehlung!
doritvirtuell Stell ich mir sehr schön und interessant vor, habe Jedermann bei den Salzburger Festspielen gesehen.
12 Abril 2009
roma49 das finde ich immer sehr toll, wenn sich leute zusammenfinden, um andere leute mit ihrer schauspielkunst zu unterhalten. obs nun persönlich auf der bühne oder als puppe, versteckt hinter der bühne, es ist mächtig viel arbeit und wahrscheinlich noch viel mehr talent, um so eine klasse leistung zu schaffen. dieses puppenspiel würde mir sicher auch gefallen.
du hast aber auch einen fantastischen bericht über dieses puppentheater geschrieben.
12 Abril 2009
Flohberg - Lohmar
Pützrather Weg 1, 53797 Lohmar
18-03-2009
Der Zufall führte mich hier vorbei. Das (oder der???) Flohberg liegt direkt an der Landstraße und hat eine so einladende Beleuchtung am Abend, das man sich einfach hingezogen fühlt. Direkt gegenüber vom Lokal befindet sich ein Parkplatz für ca. 10-15 Autos. Meines war das letzte, was noch passte. An den Wochenenden wird es da wohl eng werden.
Ich hatte keine Ahnung, welche Küche im Flohberg angeboten wird, aber ich wollte es einfach mal probieren. Eine Speisekarte am Eingang? Fehlanzeige!
Also: Hinein in die gute Stube. Auf der rechten Seite ein Raum, in dem Kicker-Tische, ein Klavier, eine Dart-Scheibe wie wintermäßig eingelagert aufgestellt waren. Dahinter stand auch noch ein Billardtisch und noch dahinter wies ein Pappmaché-Mann den Weg zu den saloonartig gestalteten Toiletten.
Auf der linken Seite dann der Eingang in den Restaurantbereich. Gleich vorne befindet sich der Tresen für die wahren Kneipengänger. Geht man am Tresen vorbei, gelangt man zu einem Bereich, in dem ein paar Stühle und Tische für die Gäste stehen, die ein gepflegtes Getränk im Sitzen genießen oder die etwas essen wollen.
Da ich aber niemanden vor einem gefüllten Teller sitzen sah, fragte ich erst einmal nach, ob man denn hier auch ein Speiseangebot habe. “Aber selbstverständlich” sagte die junge Bedienung. Sie forderte mich auf, mir erst einmal einen Platz zu suchen, sie brächte dann die Karte dorthin.
Eine Stufe tiefer gelangte ich in eine Art Wintergarten, wo noch weitere Sitzgelegenheiten sind. Für gemütliche Temperaturen sorgt ein Gas-Heizstrahler. Der wurde bei meinem Eintreffen gerade neu befüllt. Mit Hilfe der beratenden Unterstützung einiger Gäste gelang das dann auch ganz ordentlich.
Hier in diesem Raum ließ ich mich nieder, hier war es wirklich gemütlich. Auch die Beleuchtung und Dekoration - alles sehr ansprechend.
Eine Tafel listete ein paar warme Getränke auf, z.B. Espresso 1,50 €, Milchkaffee 2,00 € oder Cappuccino 1,80 €. Sehr moderat, wie ich finde.
Auf der Speisekarte, die noch nach frischer Druckertinte roch, was heißt, ganz neu erstellt worden war, findet man Pfannkuchen, Bratkartoffeln, Leberkäse, Suppen, Kotelett (600 g) und eine andere Fleischsorte (ich glaube, es war Pute).
Ich wählte einen Kartoffel-Hack-Auflauf mit Champignons für knapp 9,00 €. Was ich dafür erhielt war eine Portion, von der man gut zu zweit hätte satt werden können. Außerdem wurde das Gericht knallheiß serviert - nach einer Stunde war es immer noch so warm, dass man es gut und lecker essen konnte. Geschmacklich wirklich gut, obwohl die Champignons aus der Dose waren, schmeckte das Gericht aber richtig gut nach “frischen” Pilzen. Ob es dafür eine Gewürzmischung gibt?
Ich schaffte beim besten Willen nur die Hälfte. Die Bedienung bot ohne Nachfrage an, mir den Rest einzupacken, damit ich ihn mitnehmen könne. Super Service! Habe ich auch gerne angenommen.
Für zwei Personen lautete die Endrechnung über knapp 24,00 €. Darin enthalten waren zwei Hauptgerichte und vier Getränke. Das lasse ich mir gerne gefallen!
Was mich allerdings etwas nachdenklich machte: Nebenan am Tisch saßen ungefähr zehn Menschen mit wirklich starkem Übergewicht. Kaum eine Person unter 120 kg, wie ich schätze. Ob das die Folgen sind, wenn man im Flohberg öfter mal essen geht? Bei den Portionsgrößen liegt die Befürchtung nahe.
Obwohl es also lecker, freundlich und gemütlich war in dieser Lokalität denke ich nochmal drüber nach, ob ich dort Wiederholungstäter werde.
stelol Wie soll das mit dem Nachschlag funktionieren!!!! Dann könntest Du ja nur ein paar Gerichte anbieten 2-3!! Bei einer Karte mit 20 oder mehr Gerichten ist das doch kaum zu schaffen! Die Essen werden einzeln zubereitet. Dein Vorschlag würde nur in einer Kantine funktionieren.
21 Enero 2011
Rautgundis wer sagt, dass auf einer Karte 20 Gerichte stehen müssen?
Mit Nachschlag war gemeint, dass z.B., Beilagen nicht in rauhen Mengen auf dem Teller sind sondern nachgeordert werden können, dass es eben 1 kleines Kotelett gibt, und ein 2. nachgeordert werden kann.... bei einer Menge Restaurants funktioniert das schon!
21 Enero 2011
Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V. - Koblenz
Karl-Tesche-Str. 3, 56073 Koblenz
05-03-2009
Ich bin ja weder Bauer noch Winzer, aber ich bin ein Freund von Lesungen und von Weinverkostungen.
Beides wurde vom Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V. angeboten und das zu einem fairen Preis.
Also besorgte ich mir eine Karte und sicherte mir meinen Mann als Chauffeur für Hin- und Rückfahrt.
Schon der Raum, in dem dieses sog. “Seminar” abgehalten wurde, gefiel mir gut. Ein großer Rundbau mit einer Fensterfront, so dass man den Rundumblick genießen konnte, wenn auch die Aussicht nur auf andere Gebäude und Straßen geht.
Die Tischreihen waren sternförmig zum Rednerpult angeordnet. Es war sehr geschmackvoll gedeckt. Auf den Tischen standen für alle Teilnehmer je zwei Gläser (Wein und Wasser), ein Frühstücksteller und Serviette bereit. Es gab Körbchen mit kleinen Roggenbrötchen und mit Salzgebäck auf den Tischen.
Das Weingut Toni Lorenz aus Boppard war für die Weinverkostung zuständig und hatte auf einem Blatt Papier die Weine notiert, die an diesem Abend probiert werden sollten. Diese Bögen dienten gleichzeitig als Bestellformular für den Fall, dass ein Teilnehmer gleich kaufen wollte, was ihm geschmeckt hatte.
Guter Dinge setzte ich mich an einen Tisch und mir wurde dort direkt die erste Probe eingeschenkt. Ein Riesling-Sekt trocken. Ich machte mich schon auf Säure und Sodbrennen gefasst, doch ich wurde angenehm überrascht. Der Sekt schmeckte gut und rann sanft durch die Kehle.
Dann warteten wir… und warteten…, warteten….
Die Wartezeit auf den Vorleser wusste Frau Winzerin sehr gut zu nutzen. Sie stellte ihre Familie, das Weingut und ihre Arbeit vor. Und das machte sie gut! Völlig natürlich und ungezwungen, nicht aufgesetzt oder abgehoben. Eine Frau wie Du und ich eben. Auch wusste sie schöne Geschichten in Anekdotenform rund um den Wein zu erzählen. Der Winzer hat Glück, so eine Frau gefunden zu haben. Und wir hatten Glück, dass sie uns die Weine auf so eine nette Art und Weise präsentierte.
Als der Schriftsteller Ralf Kramp schließlich mit einer halben Stunde Verspätung eintraf, glühte ich schon von der ersten Weinprobe und natürlich vor Erwartung.
Letztere wurde nicht enttäuscht. Die von Kramp geschriebenen Krimis und “kriminellen” Kurzgeschichten strotzen vor schwarzem Humor, den er beim Vorlesen wunderbar rüberbringt. Obwohl es einige Leichen gab im Laufe des Abends, habe ich mich köstlich amüsiert, viel gelacht. Und das lag nicht nur am Alkoholgehalt des Weines, der sich nach der 5. Probe auch in meinem Blut bemerkbar machte.
Auf jeden Fall war der Abend ausgezeichnet arrangiert. Die Kombination Weinverkostung und Lesung ist optimal.
Wein habe ich an diesem Abend nicht eingekauft, aber ein Buch mit Kurzgeschichten, vom Autor handsigniert, um daraus auch dem besten aller Ehemänner am nächsten Tag zum Dank fürs Hinfahren und Abholen vorzulesen.
Café Ursula - Neuwied
Langendorfer Str. 121, 56564 Neuwied
27-01-2009
Das ist das Cafe, auf das stets unsere erste Wahl fällt, wenn wir in Neuwied sind.
Zum einen ist Frau Preißing wirklich ein Juwel in diesem kleinen Lädchen. Die Frau ist immer gut drauf, ist schlagfertig und schneidet die Kuchenstücke besonders groß. Die bekommt keine 12 Stücke aus einem ganzen Kuchen.
Mit dieser Frau kann man einen richtig netten Small-Talk (mir fällt kein besseres, passendes deutsches Wort ein) führen und kommt sich auch nicht blöd vor, wenn man mal alleine auf einen Kaffee hier hereinschneit.
Zum anderen ist die Kuchenauswahl wirklich große Klasse. Ich habe noch nie Kuchen bekommen, der nicht frisch war. Alles schmeckte richtig gut - so, als ob meine Großmutter gebacken hätte.
Der Innenbereich des Cafes ist schmal und lang, aber man fühlt sich auf jedem Platz wohl. Die Einrichtung ist nicht tuckig, sondern modern und warm - sehr geschmackvoll.
Und irgendwie kommt man hier fast immer ins Gespräch mit den Gästen am Nachbartisch. Ich finde das Publikum daher recht “ansprechend”. Die Fröhlichkeit der Besitzerin scheint ansteckend zu sein.
Dieses Cafe liegt darüber hinaus direkt gegenüber von Manfreds Laden. Da bietet es sich ja geradezu an, sich im Sommer draußen hinzusetzen und dem Guten bei der Arbeit zuzusehen. Nein, wir lassen ihn nicht darben. Wenn er wirklich noch schaffen muss, wenn wir dort sind, dann bekommt er auch mal ein Tässchen Kaffee hineingereicht.
Auf dem Luisenplatz ist übrigens auch ein Schachspiel aufgebaut. Dort finden sich immer ein paar Kumpel zum gemeinsamen Denksport. Und beim Apfelkuchen mit Sahne kann man dabei herrlich zuschauen und ablästern.
Für die Nicht-Kuchen-Fans bietet das Cafe Ursula auch kleine herzhafte Speisen an.
Ein Stück Torte kostet 2,20 €, eine Tasse Schokolade 2,00 € und eine Latte Macchiato 2,20 €.
CafeRicks Also, aufgrund dieser Beschreibung hätte ich glatt Lust, mal einen Ausflug nach Neuwied zu machen (Kaffeefahrt würde man das vielleicht auch nennen).
Ansonsten: tuckig ist mir durchaus ein Begriff, und es freut mich, dass dieses Café eben nicht tuckig scheint.
..und wenn ich so meinen Bauch betrachte, lasse ich die Sahne zum Apfelkuchen dann doch lieber weg…
16 Mayo 2009
rheinnixe @CafeRicks Auf den Bauch kann man nicht immer Rücksicht nehmen. Genuss muss manchmal vorgehen. Wenn Du mal in die Gegend kommst, lass uns zusammen den Bauch vollschlagen.
16 Mayo 2009
Welcome Antik-Cafe - Koblenz
Jesuitengasse 6, 56068 Koblenz
21-01-2009
Hier hat jemand sein Hobby sehr gelungen mit einem Broterwerb verbunden.
Das ganze Café strahlt die Atmosphäre eines Deko-Artikel-Geschäfts aus. Man schaut von der kleinen gemütlichen Jesuitengasse durch die Fenster hinein und sieht ganz viel… ganz viel Stoffe, ganz viele Servietten, ganz viele Kleinmöbel - ach und dazwischen stehen ja auch einige Tische, Bänke und Stühle - und darauf sitzen sogar Leute! Was machen die denn in dem Deko-Laden? Und dann fällt es jedem auf: Das ist ein Café mitten in einem Deko-Geschäft. Sehr originell, sehr kreativ umgesetzt. Überall zwischen den Möbelstücken finden sich kleine Sitzecken, wo man sich mit köstlichem (wirklich selbstgebackenem?) Kuchen bewirten lassen, dazu heiße Schokolade oder in der kalten Jahreszeit auch mal einen Glühwein genießen kann. Kuchen und heiße Schokolade - das geht nicht? Na, dann eben Flammkuchen oder nur Glühwein. Nachdem mein Mann einen Glühwein bestellt hatte, fragte die hübsche, charmante Bedienung “mit Sahne?” Sein Gesicht hättet Ihr mal sehen sollen. Er versteht ja so schon nicht, was man in Rheinland-Pfalz so alles zu sich nimmt, aber jetzt noch Glühwein mit Sahne? Nein, die Frage der Bedienung galt noch der zuvor von mir geäußerten Kuchen-Bestellung. Die Kuchen werden übrigens tatsächlich noch leicht warm serviert, so als kämen sie gerade frisch aus dem Ofen. Sehr lecker.
Während man nun also in diesem Café zwischen all dem Kram sitzt, kann man sich in Ruhe umschauen, muss sich also nicht zwangsläufig mit seinem Tischnachbarn unterhalten. Ich empfehle dieses Cafe daher unbedingt für erste dates.
Viele der ausgestellten Stücke, vor allem aber Servietten und Tücher sind käuflich zu erwerben. Auf dem Weg zur Toilette kann man dann auch die ganze Shopping-Meile abschreiten.
In dem Café können Spät-Aufsteher gemütlich frühstücken und Nicht-Kuchenfreunde finden auch immer ein paar herzhafte Kleinigkeiten auf der Tageskarte. Allzu lange schlafen darf man jedoch auch nicht, denn das Café schließt relativ früh, eben noch zu der Zeit, wie es einst bei Cafés so üblich war.
Die Preise: 1 Tasse heiße Schokolade: 2,40 €, 1 Becher Glühwein 2,50 €, ein Stück Kuchen: 2,60 €.
Nicht super preiswert, aber super gemütlich und mal wirklich was anderes, ein Cafe, das sich wohltuend abhebt von den anonymen Groß-Cafes der Innenstädte, dabei aber keineswegs verstaubt wirkt.
Selbst einmal ausprobieren und mit Gästen unbedingt herkommen!
Rautgundis also wenn man einen Pharisäer oder eine Tote Tante mit Sahne trinkt, warum nicht auch Glühwein….mal was andres…..
22 Enero 2009
- Koblenz 35 reseñas
- Neuwied 4 reseñas
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- Much 2 reseñas
- Lagos 2 reseñas
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- Herschbach 1 reseña
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